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Law Firm - Anwaltsbüro Willi

Die gesetzliche Erbfolge in der Schweiz


Definition

Die gesetzliche Erbfolge kommt immer dann zur Anwendung, wenn ein Erblasser - bewusst oder unbewusst - von seinem Recht der Testierfreiheit (vollständig oder teilweise) keinen Gebrauch macht, d.h. wenn keine Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) vorliegt. In diesem Fall bestimmt sich die Erbfolge nach dem Gesetz.

Sofern der Erblasser eine Verfügung von Todes wegen errichtet, sind darüber hinaus die Ausführungen zur gewillkürten Erbfolge zu berücksichtigen.


Verwandte Personen als gesetzliche Erben

Parentelsystem

Für die gesetzliche Erbfolge der Verwandten gilt das sogenannte Parentelsystem, welches die Verwandten in sich nach Abstammung richtenden Ordnungen (sogenannte Parentele) einteilt. Solange beim Tod des Erblassers ein Verwandter einer vorrangigen Ordnung noch am Leben ist, sind Verwandte nachrangiger Ordnung von Gesetzes wegen von der Erbschaft ausgeschlossen.

Das Parentelsystem wird wie folgt eingeteilt:

  1. Parentel: Nachkommen, d.h. bspw. Kinder oder Grosskinder
  2. Parentel: Angehörige des elterlichen Stammes, d.h. bspw. Eltern oder Geschwister
  3. Parentel: Angehörige des grosselterlichen Stammes, d.h. bspw. Grosseltern oder Onkel/Tante

Hat der Erblasser Nachkommen (d.h. Erben aus der 1. Parentel, bspw. Kinder oder Grosskinder), sind somit Erben aus der 2. Parentel (bspw. Geschwister des Erblassers) von der Erbschaft ausgeschlossen.

Beispiel: Erblasser mit 
- 2 Töchtern, 1 vorverstorben mit 2 Kindern und 
- 2 Elternteile
- kein Ehegatte
Erben Erbanteile in CH, DE, AT, FL, HU:
Tochter 1/2
Enkel 1 1/4
Enkel 2 1/4
Eltern -

Umfang der gesetzlichen Erbberechtigung

Die Erbberechtigung der Verwandten endet in der Schweiz beim Stamm der Grosseltern (3. Parentel).

In AT und FL endet die Erbberechtigung der Verwandten beim Stamm der Urgrosseltern (4. Parentel)
In DE gilt ab der 4. Parentel das sogenannte Gradualsystem.
In HU endet die Erbberechtigung der Verwandten nicht mit einem bestimmten Stamm, 
vielmehr können auch entferntere Voreltern (und bis zur 5. Parentel deren Abkömmlinge) 
gesetzliche Erben sein.

Prinzipien innerhalb des Parentelsystems

Die Ordnung innerhalb der jeweils erbberechtigten Parentel wird durch das Repräsentations,- Eintritt-, Gleichheits- und Anwachsungsprinzip geregelt: Danach erbt innerhalb einer Parentel grundsätzlich nur die älteste Generation (Repräsentationsprinzip) und zwar zu gleichen Teilen (Gleichheitsprinzip). Fällt ein möglicher Erbe bspw. infolge Vorversterbens, Ausschlagung oder Erbunwürdigkeit aus, so treten seine Nachkommen - wieder nach den oben genannten Prinzipien - an seine Stelle (Eintrittsprinzip). Treten keine Nachfahren an die Stelle eines weggefallenen Erben, wächst sein Erbteil seinen Miterben gleicher Stufe an (Anwachsungsprinzip).

Beispiel: Erblasser mit 
- 1 Elternteil
- 2 Brüder, 1 vorverstorben mit 2 Kindern, 1 vorverstorben
- kein Ehegatte und keine Nachkommen
Erben Erbanteile in CH, DE, AT, FL, HU:
Elternteil 1/2
Bruder 1/4
Neffe/Nichte 1/4

Erbquote

Die den Verwandten zufallende Erbquote bestimmt sich jeweils anhand der Erbquote des Ehegatten. Überlebende Ehegatten erhalten gemäss der schweizerischen gesetzlichen Erbfolge

  1. die Hälfte der Erbschaft (bei weiteren Erben der 1. Parentel),
  2. drei Viertel der Erbschaft (bei weiteren Erben der 2. Parentel), oder
  3. die ganze Erbschaft (mangels weiteren Erben der 1. und 2 Parentel).

Dieselbe Erbquote gilt auch bei eingetragenen Partnerschaften.

Beispiel: Erblasser mit 
- Ehegatte
- 1 Schwester
- keine Nachkommen
- keine Eltern
Erben Erbanteile in CH in DE in AT, FL: in HU
Ehegatte 3/4 1/2 2/3 1
Schwester 1/4 1/2 1/3 -
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